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20/08/2018 Alles | Tipps & Tricks

“I’ve never seen a thin person drinking diet coke.”

Die Zuckerdebatte erreicht einen neuen Höhepunkt. Wie viel Zucker ist eigentlich noch vertretbar? Gibt es akzeptable Alternativen oder sinnvolle Tricks, um im Alltag Zucker zu reduzieren?

Während Discounter und Supermärkte mit zuckerreduzierten Eigenmarken werben und so ihr Markenimage aufbessern, kämpft die Zuckerlobby eisern gegen diesen Trend. Die Diskussion um Zucker gab es ja schon häufig, allerdings noch nie in diesem Umfang.

Zuckerdebatte - wie viel Zucker ist vertretbar?

Quelle: W&V

Absoluter Höhepunkt: Netto vergleicht Zucker mit Kokain und bekommt postwendend eine Antwort der Zuckerwirtschaft unter dem Motto „Wer Zucker als Droge sieht und das Produkt gleichzeitig in Aktionen anpreist, macht sich zum Dealer“.

Doch muss es überhaupt Zucker sein?

Wieso süßen wir nicht alle Produkte mit alternativen Süßungsmitteln? Richtig ist, dass sowohl Aspartam als auch Stevia in der EU zugelassen sind und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüft wurden. Süßstoffe sind die mit am besten erforschten Lebensmittel und gelten in einer begrenzten Menge als unbedenklich. Bei Aspartam liegt dieser Tagesgrenzwert bei 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht und bei Stevia-Extrakten bei 12 mg. Das bedeutet, dass ein 80 kg schwerer Mensch pro Tag 960 mg Stevia-Extrakt und 3.200 mg Aspartam konsumieren darf, was ca. 300 Aspartamtabletten entspricht. Doch auch wenn es unbedenklich ist: Was bringt ein Umstieg auf Süßungsmittel?

Zuckerdebatte: „Ich habe noch nie eine dünne Person gesehen, die Diät-Cola trinkt.“

Quelle: Twitter @realDonaldTrump

Ausgerechnet Donald Trump griff das Thema auf und twitterte: „Ich habe noch nie eine dünne Person gesehen, die Diät-Cola trinkt.“ An dieser Aussage ist – meiner Meinung nach – sogar was dran: Wer nämlich denkt, dass eine komplette Umstellung von Zucker auf Süßungsmittel schlank macht, hat sich getäuscht. Die Austauschstoffe aktivieren die gleichen Geschmacksrezeptoren wie Zucker und können so den Heißhunger fördern. Das „Eingesparte“ wird also unter Umständen unbewusst durch weiteres Essen ergänzt.

Was wirklich hilft, ist ein selbstkritischer Umgang mit dem eigenen Heißhunger und ein gutes Verständnis, welche Lebensmittel Zuckerbomben sind und welche nicht.

Meine Tipps & Tricks:

  • Allgemein sollte Zucker (sowie Ersatzbezeichnungen wie Glukose, Fruktosesirup, …) nicht unter den ersten 5 Zutaten eines Nahrungsmittels stehen. Es sei denn man gönnt sich mal eine Belohnung. Macht man dies nicht täglich und mit Bedacht, fühlt es sich auch als echte Belohnung an.
  • Zwischenmahlzeiten enthalten nicht nur Kalorien, sie erhöhen auch den Blutzucker- und Insulinspiegel. Man sollte sich daher auf die drei Hauptmahlzeiten pro Tag beschränken. Wer trotzdem Zwischendurch Energie benötigt greift am besten auf Nüsse, Mandeln und Co. zurück – in Maßen genossen bieten sie viele gesunde Inhaltsstoffe und sättigen dabei sogar noch.
  • Auf zuckerhaltige Softdrinks wie Cola zu verzichten, heißt nicht zwangsweise immer nur Wasser trinken zu müssen: Das Wasser kann mit gesunden Zusätzen wie Tee, Ingwer, frischen Orangenstückchen, Minze und Limettensaft aufgepimpt werden.
  • Industriell hergestellte Säfte und Trockenobst haben ein super Image als Vitaminbomben – sind gleichzeitig aber leider auch Zuckerbomben und sollten nur in Maßen genossen werden.

Hier ein leckeres Rezept von unserer Rezeptschleuder Sibylle für gesundes Naschen zwischendurch:

Pflaumenfruchtleder

Dieses gesunde Fruchtleder ist besonders begehrt bei Groß und Klein und gilt als Naschersatz für Gummibärchen, Schokolade & Co.

ZUTATEN:

  • 1,5 kg Pflaumen oder Aprikosen
  • 1 Tasse Wasser
  • 1 TL Salz
  • Saft von 1 Zitrone

ZUBEREITUNG:

Die Pflaumen / Aprikosen halbieren und entkernen und mit Wasser, Salz und Zitronensaft aufsetzen, zum Kochen bringen, dann sofort die Hitze reduzieren. Im Anschluss weitere 25-30 Minuten köcheln bis das Wasser reduziert ist. Etwas abkühlen lassen und in einem Mixer pürieren! Vorsichtig sehr heiß.

Die Masse etwa 4-5 mm dick auf eine Folie oder Backpapier auftragen und über ein halbes Trockensieb legen. Der Luftaustausch erfolgt über die verbleibende freie Hälfte des Trockensiebs. Fruchtmasse nie zu dick aufgetragen. Trocknen bei Temperaturen um 65° C, je nach Dörrautomat. Dies kann durchaus 12 Stunden oder mehr in Anspruch nehmen.

Nach dem Trocknen die Masse vorsichtig von der Folie abziehen, einrollen oder in Rauten schneiden. Fertig ist der gesunde Snack!

Sibylle’s Tipp: Um Schimmelbildung bei Fruchtleder von Anfang an auszuschließen, kann die Fruchtmasse mit Agar-Agar (Bioladen oder Reformhaus) oder Leinsamen angedickt werden. Dies verteilt die enthaltene Feuchtigkeit etwas gleichmäßiger.